Ausbildung

Die Ausbildung zum Segelflieger wird im LSV über ehrenamtliche Fluglehrer ermöglicht. Sie stehen jedes Wochenende zur Verfügung und bilden die Flugschüler sowohl praktisch als auch theoretisch aus. Beginnen kann man mit der Ausbildung schon mit 14 Jahren. Sie umfasst mehrere Abschnitte und gliedert sich dabei in den praktischen und den theoretischen Teil. Beginnen wir mit der Praxis:

Der praktische Teil gliedert sich in die Ausbildungsabschnitte A,B und C und endet mit der jeweiligen A, B oder C Prüfung:

Abschnitt A:

Im Abschnitt A geht es erst einmal um das grundlegende Verständnis des Segelfliegens. Du erlernst worauf du beim Flugbetrieb auf dem Flugplatz achten musst. Dir wird die Steuerung des Segelflugzeuges beigebracht und du wirst mit den grundlegenden Flugmanöver wie Start, Landung, Geradeausflug und Kurvenflug vertraut gemacht. Auch lernst du dich in der Luft zu orientieren und die Luftraumstruktur zu verstehen. Sind diese Vorrausetzungen erfüllt, erfolgt die erste Prüfung. In der A-Prüfung musst du deine ersten drei Alleinflüge hintereinander meistern.

Abschnitt B:

Der nächste Ausbildungsabschnitt befasst sich mit der Verfeinerung deiner fliegerischen Fähigkeiten. Es geht um Kurvenwechsel, den Schnellflug, das Fliegen in der Thermik, den Seitengleitflug (Slip). Hier werden natürlich wieder Flüge mit dem Fluglehrer gemacht, allerdings fliegst du auch viel alleine geflogen. Die B-Prüfung umfasst drei Alleinflüge mit Kurvenwechsel und Rollübungen, sowie abschließend eine Ziellandung in einem Bereich von 30m x 200m.

Abschnitt C:

Der letzte Ausbildungsabschnitt vertieft deine Kenntnisse im Thermikfliegen, da es die größte Herausforderung im Segelflug stellt, ohne Motor in der Luft zu bleiben. Du musst in dem Abschnitt einen Flug mit einer Mindestdauer von 30 Minuten vorweisen. Zudem wird dir der Kompassdrehfehler erklärt und praktisch erfolgen. Es werden Grenzflugzustände wie z.B. der Strömungsabriss erlernt und gezeigt, wie du dich in einer solchen Situation zu verhalten hat. Die C-Prüfung besteht wieder aus drei Alleinflügen mit weiteren Flugfiguren wie einem Kurvenwechsel. Zum Schluss erfolgt eine Sliplandung.
Hat der Flugschüler diese 3 Ausbildungsabschnitte erfrolgreich absolviert, wird der Streckensegelflug vertieft und mit einem Fluglehrer erprobt.

Nach den drei praktischen Ausbildungsabschnitten steht der abschließenden Prüfung durch die niedersäschsische Luftfahrtbehörde nichts mehr im Wege. Jedoch gehört zur jeder praktischen Prüfung auch noch die Theorie. Diese ist Voraussetzung um die praktischen Prüfungen überhaupt erst fliegen zu dürfen. Daher folgt jetzt ein kurzer Überblick über den Theorieunterricht.

Da die Sommermonate zum Fliegen genutzt werden, fällt die Theorie in die Wintermonate. Hier werden die Flugschüler in den Fächern Flugzeugkunde, Technik, Luftrecht, Navigation, Meteorologie, Aerodynamik, menschliches Leistungsvermögen und dem Verhalten in besonderen Fällen unterrichtet. Je nach Leistungsstand können die Flugschüler dann ihre theoretischen Prüfungen ablegen.

Was bietet der LSV sonst noch? Hierzu ein kleiner Artikel unseres Ausbildungsleiters

...unser Verein bietet noch viel mehr als nur das reine Segelfliegen. Vor allem für Jugendliche ist das „Drumherum“ ebenso interessant. In den Wintermonaten können viele nützliche handwerkliche Dinge erlernt werden, denn wir pflegen all unsere Flugzeuge und Fahrzeuge selbst. Das reicht vom Umgang mit GFK (Glasfaser-verstärkten-Kunstharzen) bis hin zum Motoraustausch beim Auto. Alles Dinge die man im späteren Leben gebrauchen kann. Aber auch die vielen Menschen und Kontakte, die man kennen lernt und knüpft, bringen einen weiter. Man gewinnt bei uns viele Freunde und schließt Freundschaften, die oft ein Leben lang halten. Was gibt es außer dem Segelfliegen? Nach der begehrten Lizenz für den Segelflug kann man bei uns zum Beispiel eine Lizenz für den Motorsegler machen. Auch kann man mit einer bestimmten Flugerfahrung und nach einem entsprechenden Lehrgang bei uns dem Segelkunstflug mit wettbewerbsfähigen Flugzeugen frönen. Neben diesen „harten Fakten“ gibt es aber in unserem Verein eine gewisse Atmosphäre von Freundschaft, gegenseitiger Verantwortung und manchmal auch wohlwollendem Schubsen in eine bestimmte Richtung, die man nicht so einfach mit Worten fassen und beschreiben kann. Letztlich äußert sich dies in einem guten und gleichberechtigten Miteinander von Professoren und Maurern, Azubis und Rentnern, Lehrern und Schülern und was es sonst noch so an gesellschaftlichen Gegensätzlichkeiten gibt.